Kann man ChatGPT trauen? Nicht wirklich, denn sowohl mit Fakten nimmt es die KI nicht so genau als auch mit der Geheimhaltung – was ChatGPT gesagt wird, bleibt nicht unbedingt bei ChatGPT: Einerseits lernt die KI und erinnert sich später an Dinge, die ihr vermeintlich nur “persönlich” gesagt wurden. Andererseits wurden auch bereits Tausende von Accounts gehackt, sodass Fremde die ChatGPT gestellten Aufgaben sogar im Originalwortlaut einsehen konnten.

Verständlich, dass Menschen deshalb das Vertrauen in Freunde verlieren, wenn sie feststellen, dass diese ihnen Nachrichten schicken, die mithilfe von KI geschrieben wurden. Zum einen, weil sie der Diskretion einer KI ohnehin nicht über den Weg trauen. Zum anderen, weil sie es auch so nicht akzeptieren würden, dass Dritte sich auf diese Art an einer vermeintlichen 1:1-Konversation beteiligen. Ganz klar: Einen KI-geschriebenen Liebesbrief würde niemand erhalten wollen.

Konkret haben Wissenschaftler der Ohio State University ein Experiment mit 208 Teilnehmern durchgeführt, bei dem diese mit einer fiktiven Person namens Taylor in Kontakt waren. Sie sollten sich dabei wahlweise vorstellen,

  • die hilfreichen Antworten dieser Person kämen tatsächlich nur von ihr oder
  • Taylor habe sich von anderen Menschen oder gar von einer KI helfen lassen.

Dabei wurde es bereits als negativ empfunden, wenn Taylor sich von fremden Menschen helfen ließ. Doch die KI-Computerhilfe kam noch schlechter an und wurde als Missachtung des eigenen Werts empfunden.

Da die Tech-Konzerne zunehmend KI-Tools anbieten, die Nutzern beim Verfassen von Berichten, Chats oder E-Mails helfen können, reicht ein Klick, um sich so die Aufgabe zu erleichtern. Doch dies könnte zu Misstrauen führen und Freundschaften zerstören. Dazu reicht es schon, wenn der Empfänger der Mail anhand deren Sprache den Eindruck bekomme, da hätte jemand oder “etwas” mitgeholfen.

Die Einzelheiten des Experiments und die Ergebnisse der Forscher wurden im Journal of Social and Personal Relationships der Zeitschrift Sage Journals veröffentlicht

-mcd

Quelle: Funkamateur.de