Wieder ist ein Jahr vergangen, und das Top-Ereignis der Meteorscatter-Anhänger steht bevor: Der Perseiden-Schauer mit seinem Maximum am 12. und 13. August. Während dieser beiden Tage werden selbst im 144-MHz-Band wieder häufige und – für die Perseiden charakteristische – lange Reflexionen erwartet, bis zu einer Minute Dauer. Im 70-MHz- und im 50-MHz-Band sind wegen der geringeren benötigten Ionisation diese Bursts noch erheblich häufiger und dauern mitunter so lange an, dass es sich fast wie Sporadic E anfühlt.

Für den 13. 8. zwischen etwa 0700 und 1400 UTC wird die höchste Meteoritenaktivität berechnet. Gleichwohl werden auch dieses Jahr im Schnitt nur Werte von etwa 50 Sternschnuppen pro Stunde erwartet, wenngleich kurzzeitig Spitzen von bis zu 100/h möglich sind: Momentan durchläuft der Sternschnuppenstrom eine Aktivitätssenke. Erst ab 2027 wird es wieder deutlich besser. Trotzdem eignen sich auch mäßige Perseiden für DX-Versuche bis an den Rand des theoretisch Möglichen: Mit ihrer hohen Teilchengeschwindigkeit von 59 km/s gehören die Perseiden zu den „schnellen“ Schauern. Deshalb ist die Reibung an den Luftschichten bereits in größeren Höhen so stark, dass die Staubteilchen verglühen und somit einen Funkhorizont bis zu 2300 km ermöglichen.

Etwa 30 h nach dem Hauptmaximum wird seit einigen Jahren ein zweites Maximum registriert. Dieses Jahr ist es für den Abend des 14. 8. zu erwarten. Bereits zwischen 0100 und 0245 UTC am 14. 8. gilt es jedoch, aufzupassen: Dann durchquert die Erde eine fast 2100 Jahre alte Staubspur, die ebenso für einen Reflexionsanstieg sorgen könnte. Die Perseiden 2023 können also eine oder sogar mehrere Überraschungen bereiten. Bitte beachten Sie im 2-m-Band die Konvention, dass Mitteleuropa und damit auch DL bei CQ-Rufen in MSK144/FSK441 stets in den zweiten 30 s der Minute sendet.

Während des Perseiden-Maximums führt das UKW-Portal MMMonVHF seinen traditionellen MS-Sprint-Contest auf 144 MHz durch. Die Ausschreibung finden Sie hier.

Red. FA/DF2ZC